Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik, Ukraine Krieg
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Manfred Böhm kritisiert die geplante Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens an die Nato am 1. Oktober 2026 in Münster. Generalsekretär Mark Rutte soll die Auszeichnung entgegennehmen, Bundeskanzler Friedrich Merz die Laudatio halten. Böhm hält die Ehrung eines atomar bewaffneten Militärbündnisses für unvereinbar mit dem historischen Westfälischen Frieden von 1648, den er als Ergebnis gleichberechtigter Diplomatie und gegenseitiger Zugeständnisse beschreibt. Er verweist auf die politische Jury und die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe als Trägerin des Preises. Der Kommentar sieht die strategische Führung der Nato bei den USA und nennt den SACEUR Alexus G. Grynkewich als entscheidenden militärischen Kommandanten. Böhm kritisiert Nato-Einsätze in Serbien und Libyen, die Aufrüstung sowie Debatten über westliche Distanzwaffen gegen Ziele in Russland. Die Ausweitung der Nato bis an russische Grenzen erhöhe aus seiner Sicht das Risiko eines grossen europäischen Krieges. Als Alternative fordert er Prävention, Deeskalation und Diplomatie.