Themen: Wirtschaft/Finanzen, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, Tessin
Vor dem ab 10. August geplanten Berufungsprozess gegen den früheren Raiffeisenchef Pierin Vincenz wird eine Darlehenszahlung von 2,9 Millionen Franken aus dem Jahr 2015 beleuchtet. Beat Stocker überwies das Geld für die Finanzierung einer Liegenschaft in Morcote. Bei Julius Bär lösten die gleichzeitige Investnet-Zahlung von rund 5,95 Millionen Franken und das Darlehen umfangreiche Compliance-Abklärungen aus. Die Bank verlangte Verträge, Erläuterungen und eine Bestätigung, dass beide Transaktionen nicht zusammenhingen, bevor sie die Zahlung freigab. Bei der Raiffeisenbank Lugano führte der Zahlungseingang laut Einvernahme des damaligen Direktors dagegen zu einem Telefonat mit Vincenz. Auf dessen mündliche Zusicherung hin erfolgten offenbar keine weiteren Abklärungen und keine Einbindung der lokalen Geldwäschereistelle oder der Zentrale. Die Staatsanwaltschaft erklärt, mögliche Sorgfaltspflichtverletzungen von Führungskräften seien nicht Gegenstand ihrer Untersuchung gewesen.