Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Tätowierungen sind Gegenstand einer polemischen Alltagsbetrachtung aus Zürich. In der Lugano Bar im Kreis Cheib beschreibt der Autor einen stark tätowierten Körper mit Motiven wie Totenkopf, Che Guevara auf dem Schulterblatt und einem Hirschgeweih beim Gesäss. Ein weiterer Eindruck stammt vom Kundenschalter einer grossen Bank: Der tätowierte Handrücken eines Mannes unter weissem Seidenhemd lasse vermuten, dass sich darunter noch mehr Körperbilder befänden. Der Autor zieht dabei eine zugespitzte Verbindung zwischen «Knastbrüdern und Bankern». Unter Verweis auf Psychologen behauptet er, Tätowierte wollten ihre Persönlichkeit durch das Bemalen ihrer Fassade aufwerten. Dies vergleicht er mit dem Anstrich von Plattenbauten in der ehemaligen DDR. Besonders kritisch reagiert er auf eine Serviceangestellte, die ihre Tattoos in einem teuren Restaurant ärmellos zeigt; dies löse bei ihm den Eindruck von Ungepflegtheit aus.