Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik, Gesellschaft
Regionen: International, Westasien
Amnesty International wirft Israel in einem am 10. Juni 2026 vorgestellten Bericht vor, im Westjordanland Zwangsvertreibungen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen und eine Kampagne ethnischer Säuberung zu verfolgen. Zwischen Januar 2023 und April 2026 seien 117 palästinensische Gemeinden weitgehend oder vollständig vertrieben worden; 5910 Menschen, vorwiegend Beduinen und Hirtenfamilien, hätten ihre Häuser verloren. Die Organisation stützt sich auf Interviews, Bildmaterial, Satellitenaufnahmen und amtliche Dokumente. Sie verweist auf 3407 abgerissene palästinensische Bauten, zunehmende Siedlergewalt und staatliche Mittel für Siedlungen und Aussenposten. Amnesty wertet die Vorgänge als israelische Staatspolitik, nicht als Handeln einzelner Extremisten. Die Organisation verlangt von Drittstaaten Sanktionen gegen Regierungsmitglieder, ein Verbot besatzungsfördernder Handels- und Investitionsbeziehungen sowie Kooperation mit dem Internationalen Strafgerichtshof. Vor einem EU-Aussenministertreffen fordert sie zudem die Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens.