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An den Grenzen des Flusses

An den Grenzen des Flusses

Themen: Kultur/Feuilleton, Gleichstellung, Gesellschaft

Regionen: International, Südamerika

«A Margem do Rio», das Spielfilmdebüt von Enock Carvalho und Matheus Farias, begleitet Izaquiel, einen jungen homosexuellen Mann aus Recife. Nach seiner Flucht aus einer religiösen Familie findet er am Flussufer einen Ort, an dem queere Menschen ihre Sexualität freier leben können. Dort begegnet er dem Fischer Jeremias; zugleich ist der abgelegene Ort immer wieder Schauplatz von Angriffen. Izaquiel verliert seine Stelle im Supermarkt, nachdem sein Vorgesetzter ihn mit einem homosexuellen Paar im WC entdeckt, und arbeitet anschliessend als Hauswart in einer Kirche. Während einer Wahlsaison kandidiert der Sohn des Pfarrers mit kirchlicher Unterstützung. Der Film stellt Kirche und Elternhaus als Räume gesellschaftlicher Normierung dem Flussufer und Izaquiels Wahlfamilie aus drei trans Frauen gegenüber. Wasser bildet das zentrale Symbol: Flusswasser steht für queeren Widerstand, Taufwasser für Konformitätsdruck. Unter diesem Druck lässt sich Izaquiel taufen; das steigende Wasser am Ende deutet eine Veränderung an.

Zürcher Studierendenzeitung

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