Themen: Kultur, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Kokeshi Momo versteht Burlesque als Kunst des Entkleidens, in der aufwendige Kostüme, Teasing, Humor und fast vollständige Nacktheit zusammenwirken. Ihr Künstlername verweist auf japanische Holzpüppchen und den Pfirsich als doppeldeutiges Symbol der Freizügigkeit. In einem Act verlässt sie als bunt geschmückter Vogel einen Käfig; die Inszenierung verarbeitet, wie ihr Burlesque nach einer Trennung zu einer inneren Rebellion verhalf. Die Tänzerin absolvierte eine Grundausbildung an der Zürcher Theater- und Tanzschule, arbeitete zunächst in Musicals, als Choreografin und Regieassistenz und unterrichtete ab 2017 Burlesque. Ihre Schülerinnen und Schüler bestärkten sie in eigenen Auftritten. Für Momo steht nicht die Entblössung allein im Zentrum, sondern die Performance und ein selbstbestimmter Umgang mit dem Körper. Burlesque könne Selbstvertrauen fördern und durch die Begegnung mit unterschiedlichen Körpern Akzeptanz schaffen. Traditionell bleiben Genitalbereich und weibliche Brustwarzen bedeckt; diese Regeln werden jedoch zunehmend hinterfragt. Momo beschreibt ihr Publikum als überwiegend weiblich und erlebt kaum Belästigung.