Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, Krieg&Frieden
Regionen: International, Europa, Afrika
Papst Leo XIV. besuchte Lampedusa am 4. Juli und kritisierte dort die europäische Abschottungspolitik. An der Porta d’Europa gedachte er der Toten im Mittelmeer gemeinsam mit zwei Kindern, die als Flüchtlinge auf die Insel gelangt waren. In seiner Ansprache sagte er, die Toten seien Opfer sowohl getroffener als auch ausgebliebener Entscheidungen. Lampedusa steht für Flucht über das zentrale Mittelmeer, doch die Ankünfte sind deutlich zurückgegangen: Im Hotspot mit 600 Plätzen befanden sich an jenem Wochenende 137 Menschen. Der NGO-Koordinator Edoardo Avio führt den Rückgang auch auf die Militarisierung der Route zurück. Grenzschutzdrohnen lokalisierten Boote und gäben Koordinaten an die libysche Küstenwache weiter; laut Uno wurden 2025 so 27'000 Menschen nach Libyen zurückgebracht. Geflüchtete werden auf Lampedusa heute im Lager festgehalten und rasch abgefertigt, was Begegnungen mit der Bevölkerung erschwert. Leo kritisierte zudem die italienische Praxis, Rettungsschiffe zu weit entfernten Häfen in Norditalien zu schicken.