Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur, Bildung
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg, Zentralschweiz
Das ehemalige Zisterzienserkloster St. Urban liegt am Bach Rot, an der historischen Grenze zwischen dem katholischen Luzern und dem reformierten Bern. Als Bern 1528 die Reformation einführte, blieb St. Urban katholisch und wurde zum Grenzkloster. Die von 1711 bis 1717 unter Abt Malachias Glutz von Blotzheim errichtete Kirche demonstriert diese Zugehörigkeit mit ihrer monumentalen barocken Fassade. Im Innern prägen hingegen Licht, weisse Flächen, Stuck und weitgehend schmucklose Decken die Atmosphäre. Damit bleibt die auf Einfachheit gerichtete zisterziensische Tradition spürbar. Das nach der Klosteraufhebung 1848 verkaufte Chorgestühl wurde später aus Schottland zurückgebracht und gehört heute der Gottfried-Keller-Stiftung. St. Urban war auch ein Bildungsort. Ende des 18. Jahrhunderts entstand aus Musterschule und Normalschule ein Lehrerseminar. Pater Nivard Krauer entwickelte Lehrmethoden und Lehrmittel und bildete Lehrkräfte aus. Von diesem konfessionellen Grenzort gingen damit Impulse für einen systematischen Unterricht und das erste Lehrerseminar der Schweiz aus.