Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Das Luzerner Löwendenkmal wurde 1821 von der Luzerner Aristokratie als Erinnerung an gefallene Gardisten gefeiert. Die Enthüllung mit Veteranen in roten Gardeuniformen und Burschenschaftern in der Hohlen Gasse inszenierte den restaurativen Zeitgeist. Zugleich ist das Monument von Widersprüchen geprägt: Seine Botschaft beruht auf Propaganda und falschen Opferzahlen, die als historische Fake News bezeichnet werden. Der sterbende Löwe im Fels sollte den Gardisten ein heroisches Andenken setzen. Doch der Entwurf des Künstlers Thorvaldsen geht über die Erwartungen der Auftraggeber hinaus. Der Löwe vermittelt nicht nur Heldentum, sondern auch Gleichheit, Zweifel und Leid und unterläuft damit teilweise die aristokratische Deutung des Denkmals.