Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, Demokratie
Regionen: International, Südamerika
Javier Mileis Regierung hat in Argentinien im Februar 2026 eine Arbeitsmarktreform durch das Parlament gebracht, die Gewerkschaften zufolge Tarifverhandlungen, Streikrecht, Arbeitsverträge, Überstundenregelungen und Kündigungsschutz schwächt. Arbeitgeber sollen 3,5 Prozent der Bruttolohnsumme in einen Fonds für Entlassungen einzahlen und diesen Betrag von Sozialversicherungsbeiträgen abziehen können. Der Beitrag verbindet die Reform mit einer Umverteilung zulasten von Arbeitnehmenden und Rentnern. Seit dem Amtsantritt der Regierung hätten mehr als 22'000 Unternehmen geschlossen und Hunderttausende reguläre Arbeitsplätze seien verloren gegangen. Mindestlohn und Mindestrente lägen bei rund 239 beziehungsweise 305 Dollar monatlich, während Preise für Grundnahrungsmittel, Versorgung und private Krankenversicherung hoch seien. Umfragen zeigten dennoch einen Vorsprung der Regierungspartei. Gewerkschaften, Frauenbewegungen und weitere Gruppen mobilisieren mit Streiks und Kundgebungen gegen Sozialabbau, Repression und die Relativierung der Verbrechen der Militärdiktatur.