Themen: Gesundheit, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen erhalten im Schweizer Gesundheitswesen laut Fachleuten und Betroffenen keinen gleichberechtigten Zugang. Besonders deutlich wird dies bei der Brustkrebsvorsorge, die viele Frauen mit kognitiver Beeinträchtigung nicht erreicht. Zudem gibt es wenige Ärztinnen und Ärzte mit entsprechender Spezialisierung. Am ersten Gesundheitskongress von Special Olympics Switzerland wurden strukturelle Hindernisse wie finanzielle Engpässe, fehlende Vorbereitung von Fachpersonen, Kommunikationsprobleme und Stigmatisierung diskutiert. Gemäss dem Pro-Infirmis-Inklusionsindex 2026 fühlt sich jede dritte Person mit Behinderung im Gesundheitssystem benachteiligt; drei Viertel der Betroffenen berichten, nicht ernst genommen zu werden. Der Index weist gegenüber 2023 auf eine leichte Verschärfung hin. Vorgeschlagen werden Gesundheitskompetenz und Mitsprache für Betroffene, zugängliche Angebote sowie Ausbildungsprogramme für Gesundheitsberufe. Nationalrätin Manuela Weichelt verlangte, Behinderung müsse in allen Gesundheitsberufen zum Standardthema werden. In Zug wurden im Umfeld der National Summer Games 2026 zudem barriereärmere Reiseangebote geschaffen.