Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz befasst sich mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Gegenständen aus der NS-Zeit. An den Stationen Aufbewahren, Verkaufen und Zerstören erläutert sie Kriterien für Besitz, museale Sammlung und private Weitergabe solcher Objekte. Gezeigt werden unter anderem Bücher, Briefe, Bronzeköpfe Hitlers, Säcke mit nationalsozialistischem Aufdruck und ein Mikrofon, in das Hitler wahrscheinlich gesprochen haben soll. Die Schau untersucht auch Bereiche, in denen das NS-Erbe in Vorarlberg bisher weniger beachtet wurde: Volkskultur, Kunst, Architektur, Siedlungsbau und Sammlungen. Ein Schwerpunkt gilt Gertrud Pesendorfer und der Instrumentalisierung von Trachten im Reichsgau Tirol-Vorarlberg. Zudem thematisiert die Ausstellung Gemälde aus der Museumssammlung und die zwischen 1939 und 1942 errichteten Südtiroler Siedlungen. Der geplante Abriss eines Teils der Bregenzer Wohnungen hat eine Debatte über ihren historischen und städtebaulichen Wert ausgelöst.