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Aus der Küche des Wahnsinns: Grausam sinnlose Praxis

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Aus der Küche des Wahnsinns: Grausam sinnlose Praxis

Themen: Gesellschaft, Innen-Politik

Regionen: International, Nordamerika

Christa Pike, die 1998 wegen der Ermordung einer Freundin zum Tod verurteilt wurde, konnte in Tennessee nicht wie geplant per Giftspritze hingerichtet werden. Beschäftigte des Gefängnisses fanden den vorgeschriebenen zweiten Venenzugang nicht und stachen wiederholt nach ihr; zur Wiederherstellung ihrer Hinrichtungsfähigkeit befindet sie sich nun in Spitalpflege. Bereits fünf Monate zuvor war eine vergleichbare Hinrichtung an einem fehlenden zweiten Zugang gescheitert. Karin Hoffsten wertet den Vorgang als Beispiel für den grundsätzlichen Wahnsinn der Todesstrafe. Die behauptete Wiederherstellung von Gerechtigkeit werde weder der Täterin noch Opfern und Angehörigen gerecht. Die Mutter des damaligen Opfers verlangt eine Entschuldigung des Staats, weil Pikes Überleben ihr abschliessende Gerechtigkeit verwehre. Hoffsten bezweifelt, dass eine Vollstreckung dieses Gefühl schaffen könnte. Versuche, Hinrichtungen medizinisch humaner erscheinen zu lassen, seien zynisch; als Alternativen würden wieder Erschiessung, Elektrizität oder Giftgas erwogen. Die Zustimmung zur Todesstrafe in den USA sei von 80 Prozent 1994 auf 52 Prozent 2025 gesunken.

www.woz.ch

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