Themen: Kultur, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Mats Staub und Anna Papst stellen in der Hörinstallation «Intime Revolution» elf Interviews mit Menschen vor, die ihre Sexualität aus unterschiedlichen Gründen neu reflektiert haben. Bereits die Auswahl der Aufnahmen erfolgt gemeinsam an einem geteilten Abspielgerät und verweist damit auf das zentrale Motiv des Aushandelns. Erzählt wird etwa von einem jungen Mann zwischen familiärer Keuschheitserwartung und dem Druck, unter Gleichaltrigen männliche Sexualität vorzuführen. Eine langjährige Ehefrau entdeckt nach dem Selbstständigwerden ihrer Kinder ihr Begehren nach Frauen wieder, ohne die Beziehung zu ihrem Partner aufzugeben. Weitere Stimmen handeln von einer Brustkrebserkrankung mit Mastektomie oder von fehlender körperlicher Zärtlichkeit im Elternhaus. Trotz verschiedener Lebenslagen zeigt sich eine moralisch und schamhaft geprägte Haltung zur Sexualität. Die Installation betont, dass Wünsche, Grenzen, Genuss und Einvernehmlichkeit mit sich selbst und dem Gegenüber individuell und fortlaufend verhandelt werden müssen. Sie ist bis 14. März im Kellertheater der Alten Kaserne Winterthur zu sehen.