Themen: Gleichstellung, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Céline Vanessa Duss-Unternährer fordert einen offiziellen, national und international anerkannten Schweizer Behindertenausweis. Ohne behördlichen Nachweis seien Vergünstigungen und Unterstützung im öffentlichen Verkehr, in Kulturinstitutionen und auf Reisen oft nicht erhältlich. Besonders betroffen seien Menschen mit unsichtbaren Behinderungen, deren Ansprüche von Betreiberinnen, Betreibern oder einzelnen Mitarbeitenden abhängig blieben. Die Autorin schildert, dass ein österreichischer Bahnmitarbeiter ihr eine zustehende Vergünstigung nicht ausstellen konnte, weil kein behördlicher Nachweis im System hinterlegt werden konnte. Ein Schweizer Theater verlangte für einen Rollstuhl- und Begleitplatz die Kopie eines Ausweises, der in der Schweiz nicht existiert; auch ihr AHV-Ausweis genügte nicht. Digitale Ticketshops erlaubten die Buchung von Rollstuhlplätzen häufig nicht. Betroffene müssten deshalb telefonieren und Zahlungsdaten weitergeben. Der Ausweis soll physisch und digital funktionieren, Nachteilsausgleiche in Buchungssysteme integrieren und einklagbare Rechte statt Kulanz ermöglichen.