Themen: Wirtschaft/Finanzen, Umwelt, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Kleine Boote machen rund 76 Prozent der aktiven EU-Fischereiflotte und fast die Hälfte ihrer Arbeitskräfte aus, landen aber nur etwa sieben Prozent der Fänge nach Gewicht. In Küstengemeinden Portugals fehlt zunehmend Nachwuchs: Nur etwa ein Viertel der handwerklichen Fischerinnen und Fischer in der EU ist jünger als 40 Jahre. Der Wert ihrer Fänge sank zwischen 2018 und 2022 im Mittelmeer um rund 30 Prozent, in der Ostsee um 36 Prozent und im Schwarzen Meer um 50 Prozent. Fischereivertreter und Umweltorganisationen führen die Krise auf Überfischung, Klimawandel, Verschmutzung sowie ungleichen Zugang zu Quoten, Märkten und politischen Entscheidungen zurück. Quoten können von kleinen an grosse Betriebe verkauft werden und verstärken damit die Konzentration. Fünf niederländische Gruppen kontrollieren gemessen an Tonnen etwa 16 Prozent der EU-Flotte. Kleine Fangmethoden verursachen meist weniger Treibstoffverbrauch und Beifang. Konsumentinnen und Konsumenten erfahren auf EU-Etiketten zwar Fanggebiet und Fanggerät, nicht aber, ob der Fisch von einem Kleinbetrieb oder einem Industriekonzern stammt.