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Steven Mack blind auf Bahnreise: nah genug zum Reden – fremd genug zum Verschwinden

Sichtweisen Schweiz
Steven Mack blind auf Bahnreise: nah genug zum Reden – fremd genug zum Verschwinden

Themen: Gesellschaft, Kultur/Feuilleton, Leben

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Steven Mack schildert Zugfahrten als Orte überraschender Vertraulichkeit. Weil er blind ist und sein Gegenüber nicht mit Blicken oder Mimik beurteilen kann, erzählen ihm Mitreisende nach seiner Erfahrung oft sehr persönliche Geschichten: von Krankheiten, Gewalt, Sucht, Verlust, familiären Konflikten, psychischen Krisen und existenzieller Not. Mack hört zu, bedankt sich für das Vertrauen und bleibt nach dem Aussteigen der Gesprächspartner mit deren Erzählungen zurück. Diese Begegnungen führen ihn zugleich zu eigenen Erinnerungen an den Unfall, bei dem er mit 20 Jahren nach einem Pendelsprung von der Walliser Ganterbrücke 150 Meter stürzte und sein Augenlicht verlor. Er fragt, ob das wiederholte Erzählen und Schreiben über Erlebtes entlastet oder eher neue Aufmerksamkeit für die eigene Geschichte schafft. Mack, heute Autor, Referent und Parasport-Kletterer, beschreibt in seinem Buch «Der Goldfahrer» spontane Zugbegegnungen, die durch seine Begleitkarte und die Suche nach einer fremden Begleitperson entstehen. Im September 2026 gewann er im Para Climbing den Schweizermeistertitel der vollblinden Athleten.

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