Themen: CH-Politik, Demokratie, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Eine beim Bundesgericht hängige Abstimmungsbeschwerde richtet sich gegen Aussagen des Bundesrats zur Ernährungsinitiative. Der Beitrag kritisiert, die Botschaft stütze sich falsch auf eine Agroscope-Studie von 2020: Ein Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent sei dort an einen um 70 Prozent tieferen Fleischkonsum geknüpft. Die Initiative verbiete jedoch keine Importe. Nach Auffassung des Autors könnte die Schweiz daher mehr Brotgetreide und weniger Fleisch erzeugen sowie zusätzlich Fleisch importieren, ohne den Konsum stark zu senken. Dennoch seien Warnungen vor massiven Eingriffen in Essgewohnheiten und vor der mangelnden Realisierbarkeit des Ziels in die Abstimmungserläuterungen aufgenommen worden. Eine SRG-Trendumfrage weist diese Punkte als wichtige Ablehnungsgründe aus. Agroscope bestätigte auf Anfrage, die Studie habe sich nicht auf die Vorgaben der Initiative bezogen. Bundeskanzlei und BWL wiesen die Kritik zurück oder verwiesen an andere Stellen. Der Autor beanstandet zudem, dass grosse Medienhäuser den Vorwurf nicht aufgegriffen hätten.