Themen: KI/Digital, Demokratie, Partei-Politik
Regionen: International, Europa
Soziale Netzwerke sind laut Reuters Digital News Report weltweit für 54 Prozent der Befragten zur wichtigsten Nachrichtenquelle geworden. Damit gewinnen Content Creators und Influencer auch in Wahlkämpfen an Bedeutung. In Rumänien bezahlte der rechtsextreme Kandidat Călin Georgescu 2024 mehr als hundert Influencer für Unterstützung; in Ungarn verbreitet ein regierungsnahes Netzwerk politische Botschaften an die Generation Z. Fachleute unterscheiden zwischen Influencern, die Reichweite schaffen, und Creators, die durch vertiefte Inhalte Glaubwürdigkeit erzeugen können. In Ländern mit eingeschränkter Medienfreiheit können sie kritische Perspektiven eröffnen. Zugleich fehle dem Publikum oft eine angemessene Prüfung kurzer Videos, während Zeitungsartikel eher hinterfragt würden. Der Demokratieforscher Jakub Szymik schlägt ein öffentliches Register für politische Markenkooperationen vor, damit bezahlte oder koordinierte Kommunikation von spontanen Meinungen unterscheidbar wird. Eine formale Kennzeichnung könnte allerdings die wahrgenommene Authentizität senken.