Themen: Migration/Asyl, KI/Digital
Regionen: International, Europa
Ende Juli erreichten ungewöhnlich viele Menschen die spanische Exklave Ceuta. Recherchen mit Schutzsuchenden vor Ort sowie Auswertungen von Social-Media-Beiträgen und externen Analysen liefern keine konkreten Belege für eine zentral gesteuerte Kampagne oder einen hybriden Angriff auf die EU. Soziale Netzwerke spielten dennoch eine wichtige Rolle: Geflüchtete berichteten, auf Instagram von einer vermeintlich offenen Grenze erfahren und Informationen anschliessend bei Bekannten überprüft zu haben. Neben authentischen Videos verbreiteten sich falsche und irreführende Angaben, darunter eine Fehlinterpretation eines Urteils des spanischen Obersten Gerichtshofs. Dieses hatte entschieden, dass sogenannte heisse Rückführungen bei schwimmenden Grenzübertritten nicht zulässig sind. Analysen von Maldita, Le Monde und ORF fanden keine zentrale Koordination. Ein Unternehmen, das zunächst von einer organisierten Operation sprach, präzisierte, es habe lediglich dezentrale Organisation festgestellt. Mehr als 140 Menschen sollen bei Überquerungsversuchen durchs Meer gestorben sein.