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«Chaque individu a une perception différente d’un même vin»: la dégustation, une question de génétique

letemps.ch
«Chaque individu a une perception différente d’un même vin»: la dégustation, une question de génétique

Themen: Leben, Gesellschaft

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Weindegustationen folgen meist einer streng kodifizierten Abfolge: Zuerst wird die Farbe betrachtet, dann riecht man am Wein, schwenkt ihn zur Sauerstoffzufuhr, riecht erneut und kostet schliesslich. Beschreibungen eines Weins konzentrieren sich jedoch vor allem auf Aromen; Sehen und Mundgefühl erhalten deutlich weniger Gewicht. Diese Vorrangstellung des Geruchssinns kann Einsteigerinnen und Einsteiger ausschliessen. Jacques Perrin, Schweizer Degustator, Weinkritiker und Philosoph, hält fest, dass jede Person einen Wein sensorisch anders wahrnimmt und es in der Weinwelt keine absolute Wahrheit gebe. Punktesysteme und Ranglisten erzeugten lediglich den Eindruck von Objektivität. Wenn Fachleute ihre eigenen Aromaeindrücke mit Autorität vortragen, kann dies bei Amateurinnen und Amateuren Frustration oder das Gefühl hervorrufen, nicht kompetent genug zu sein, wenn sie im Glas nicht dieselben Noten erkennen.

www.letemps.ch

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