Themen: Wissenschaft, Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Geruchssinn ist für Sicherheit, Geschmack und Alltag zentral: Er warnt etwa vor angebranntem Essen und prägt die Aromen von Speisen, Wein und Früchten. Sein Verlust, die Anosmie, rückte seit dem Auftreten eines Virus Ende 2019 stärker ins Bewusstsein. Dennoch wird die Olfaktion weniger beachtet als Sehen, Hören oder Tasten. Etwa 400 funktionelle Typen olfaktorischer Rezeptoren nehmen Duftmoleküle in unterschiedlichen Kombinationen wahr; das Gehirn deutet die Muster als Gerüche. Die Rezeptorgene unterscheiden sich stark zwischen Menschen. Deshalb kann Koriander wegen einer Variante von OR6A2 frisch und zitronig oder seifig und chemisch riechen. Androstenon wird je nach Variante von OR7D4 als Schweiss oder Urin, von anderen aber als blumig empfunden. Auch kulturell variiert die Geruchssprache: Das in Malaysia gesprochene Jahai fasst bestimmte Geruchsgruppen in eigenen Begriffen zusammen, während das ecuadorianische Cha’palaa grammatische Formen für Geruchsqualitäten kennt.