Themen: Umwelt, Reisen & Ferne Welt, Gesellschaft
Regionen: International, Nordamerika
Churchill im Norden der kanadischen Provinz Manitoba war während des Kalten Kriegs Standort einer amerikanisch-kanadischen Militäranlage. Die Besatzung von Fort Churchill sollte einen möglichen Angriff aus dem Norden abwehren und kämpfte zugleich regelmässig mit Eisbären, die im Herbst über die Tundra zogen. Berichte aus dem Jahr 1958 schildern Tiere am Schiessplatz, bei Gebäuden, der Kantine, der Deponie und einer Genossenschaft. Helikopter wurden eingesetzt, um die Bären vom Gelände fernzuhalten; Arbeiten im Freien bei Nacht wurden eingeschränkt. Als der Autor Churchill im November 2012 besuchte, war die Militäranlage abgebaut und zerstört. Zwei verfallene Radome erinnerten noch an sie. Auf den einstigen Militärpisten fuhren speziell konstruierte Tundra-Buggies mit Besucherinnen und Besuchern zur Beobachtung und Fotografie der Eisbären. Die Stadt vermarktet sich als «Welthauptstadt der Eisbären». Viele, vor allem ältere Gäste, bezahlen mehrere Tausend Dollar für die Reise und kaufen anschliessend Souvenirs mit Eisbärenmotiven.