Prometheus: Der unabhängige Medienspiegel der Schweiz

Seite wird geladen …

Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

Butscha neu aufgerollt

Global Bridge
Butscha neu aufgerollt

Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik

Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa

Ein am 17. September 2026 vorgestellter russischer Bericht bestreitet die Einordnung zahlreicher Namen auf der Gedenkwand von Butscha als zivile Opfer. Die Autoren um Maxim Grigorjew glichen mehr als 500 Namen mit ukrainischen Militärdatenbanken, Gedenkseiten und kommunalen Quellen ab. Sie führen 31 Fälle an, in denen Personen Soldaten, Territorialverteidiger oder andere Kampfteilnehmer gewesen seien oder ausserhalb Butschas gestorben seien. Als Beispiel gilt Halyna Semeniuk, die laut einer OCCRP-Rekonstruktion während der Besetzung an Krebs starb. Der Bericht verknüpft die Zuordnungen mit dem russischen Vorwurf einer voreiligen westlichen und ukrainischen Täterzuschreibung. Zugleich halten im Text referierte Aufnahmen und Recherchen fest, dass mindestens ein Teil der Leichen vor dem russischen Abzug an der Jablunska-Strasse lag; Status, Todesursachen und Täterschaft würden dadurch nicht geklärt. Das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation weist den Bericht zurück. OHCHR dokumentierte 73 Tötungen von Zivilisten in Butscha und prüfte weitere Fälle. Die Gedenkwand mit 509 Namen sei jedoch nicht mit dem UN-Datensatz identisch.

GlobalBridge

Zum Originalartikel