Themen: Klima&Energie, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Esther Peter-Davis, 1932 geboren, gilt als erste französische Anti-Atomkraft-Aktivistin und als eine der einflussreichsten engagierten Stimmen Europas. Seit den 1950er-Jahren sprach sie vor überwiegend männlichem Publikum gegen die Atomenergie. Persönliche Aufzeichnungen aus jener Zeit blieben nur teilweise erhalten, weil unter Charles de Gaulle Teile ihres Tagebuchs beschlagnahmt wurden. In ihrer von Büchern und Pflanzen geprägten Wohnung in Strassburg spricht Peter-Davis zurückhaltend über ihr Leben. Sie beginnt mit ihrer Kindheit im Elsass, die nach eigener Erinnerung von Neugier, Freiheitsdrang und Empathie geprägt war. Als Kind schwänzte sie häufig die Schule und versteckte sich bis Unterrichtsschluss in Kirchen der Umgebung. In ihrer Familie war es üblich, Essen für Hungernde aufs Fensterbrett zu stellen. Ihre Emanzipation, sagt sie, habe nicht erst mit 18 Jahren eingesetzt, sondern bereits im Alter von vier Jahren.