Themen: Krieg&Frieden, CH-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Aargau/Solothurn, Basel/NWCH
Die Schweizer Armee führt im Juni in der Nordwestschweiz die Grossübung Conex26 mit mehr als 3500 Angehörigen durch. Trainiert werden die rasche Mobilmachung, die Überwachung und Sicherung von Grenzen sowie die Abwehr hybrider Bedrohungen und militärischer Gewalt. Bei einem Medienanlass am Bözbergtunnel im Aargau üben Soldaten unter anderem das Betanken von Militärfahrzeugen in einem gesperrten Tunnel; ein Tarnnetz soll vor Drohnenangriffen schützen. Armeevertreter verweisen auf veränderte Kriegsführung, Cyberangriffe und russische Desinformation, während sie einen direkten Zusammenhang der Übung mit der aktuellen Kriegslage in Europa relativieren. Die Übung steht im Kontext steigender Rüstungsausgaben und der Debatte über die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz. Armee-Stabschef Alexander Kohli fordert eine Dienstpflicht für alle Geschlechter. Antimilitaristische Gruppen protestieren in Liestal und Basel gegen Militarisierung und Zwangsrekrutierung. Sie knüpfen an Widerstand gegen die Conex15 an, deren Szenario auch Migration und einen «inneren Feind» umfasste.