Themen: Wissenschaft, Technologie, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Südostasien
Ein Forschungsteam der Nanyang Technological University in Singapur entwickelt Cyborg-Kakerlaken für die Suche nach Verschütteten in zerstörten Gebäuden. Dabei handelt es sich nicht um Roboter, sondern um lebende Insekten, deren Nervensystem über Elektroden Lenkimpulse erhält. Die Tiere laufen und nehmen ihre Umgebung weiterhin selbst wahr. Projektleiter Hirotaka Sato forscht seit Jahren an Insekten-Cyborgs. Auslöser war für ihn das Erdbeben von 2011 in Japan, das auch Fukushima schwer beschädigte und mehr als 18’000 Menschen das Leben kostete. Als Träger dient die robuste Madagaskar-Schabe, die einen 15 Gramm schweren Rucksack mit Mikrocontroller, Infrarotkamera und Funkverbindung tragen kann. Ein neu entwickelter, wasserdichter Mini-Tauchanzug versorgt die Atemöffnungen über Schläuche mit Sauerstoff, der durch eine Reaktion von Wasserstoffperoxid und Mangandioxid erzeugt wird. Die Kolumne problematisiert, dass Eingriffe in Insekten gesellschaftlich anders beurteilt werden als eine Fernsteuerung grösserer Tiere.