Themen: CH-Politik, Demokratie, Partei-Politik
Regionen: Schweiz, Tessin
Davide Buzzi plädiert dafür, die Wahl des Tessiner Staatsrats vom Proporz- auf das Mehrheitswahlrecht umzustellen. Der Proporz sei nach der Revolution von 1890 und den Konflikten zwischen Liberalen und Konservativen eingeführt worden und habe ab 1892 zur politischen Befriedung beigetragen. Diese historische Leistung stelle er nicht infrage. Heute sei das Tessin jedoch der einzige Schweizer Kanton, der seine Regierung nach diesem System wähle. Ein fünfköpfiges Exekutivorgan solle nicht Parteianteile abbilden, sondern Entscheide treffen und für Resultate einstehen. Das Mehrheitswahlrecht würde nach Ansicht des Autors Personen, Kompetenz und die Fähigkeit stärken, über das eigene politische Lager hinaus Zustimmung zu gewinnen. Bedenken wegen einer möglichen Ausgrenzung politischer Strömungen seien ernst zu nehmen; deren Repräsentation sei aber vor allem Aufgabe des Grossen Rats. Die Reform solle möglichst bis zu den Kantonswahlen 2027, spätestens aber 2031 umgesetzt werden.