Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: Schweiz, Romandie, International, Europa
Deutschland wurde am 8. September 1926 Mitglied des in Genf ansässigen Völkerbunds und erhielt einen ständigen Sitz im Völkerbundrat. Der deutsche Aussenminister Gustav Stresemann reiste dafür nach Genf, ebenso seine französischen und britischen Amtskollegen Aristide Briand und Austin Chamberlain. Die Begegnung galt als Zeichen einer möglichen europäischen Verständigung nach dem Ersten Weltkrieg. Stresemann setzte damit seine in Locarno begonnene Annäherung an die westlichen Mächte fort. Er und Briand wurden 1926 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Genf stand in jener Septemberhälfte im Fokus der europäischen Presse und festigte den Ruf der Schweiz als Ort friedensfördernder Diplomatie. Den Völkerbund hatten 42 Staaten gegründet; die USA blieben trotz Woodrow Wilsons Einsatz fern, weil der Senat internationale Verpflichtungen fürchtete. Erst 1945 gehörten sie zu den Gründungsmitgliedern der Uno.