Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Die Manifesta 16 Ruhr bespielt bis 4. Oktober zwölf wenig genutzte oder profanierte Kirchen in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum. Die Wanderbiennale untersucht unter dem Titel «Das ist keine Kirche», wie architektonisch bedeutsame Sakralbauten zu gemeinschaftlichen Kulturorten werden können. Im Ruhrgebiet stehen viele Kirchen wegen sinkender Nutzung leer, sind geschlossen oder verkauft; andere dienen bereits als Lager, Kulturzentrum oder Atelierräume. In St. Bonifatius in Gelsenkirchen greifen Projekte die Idee der «Pantoffelkirche» und die Geschichte von Gastarbeit sowie Schrebergärten auf. Christ König in Bochum zeigt Arbeiten von 15 Kunstschaffenden, darunter eine Kohleskulptur von Mirosław Bałka und einen Vorhang von Luc Tuymans mit Bezügen zu Leni Riefenstahl. Weitere Arbeiten transformieren Kirchenbänke, liturgische Gegenstände und Orgelteile. Die Biennale verbindet Fragen nach Erhalt, Umnutzung und sozialer Funktion kirchlicher Räume mit künstlerischer Intervention.