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Der Begriff «Sorgerechtsstreit» vernebelt Gewalt

Infosperber
Der Begriff «Sorgerechtsstreit» vernebelt Gewalt

Themen: Gleichstellung, Gesellschaft, Innen-Politik

Regionen: International, Europa

Nach einem Schussangriff in einer Mutter-Kind-Einrichtung im niedersächsischen Stade kritisieren Fachfrauen und Journalistinnen die mediale Sprache über Gewalt nach Trennungen. Ein Mann erschoss im Sommer sechs Sozialarbeitende; seine getrennt lebende Frau, die in der Einrichtung wohnte, blieb unverletzt. Medien und Polizei sprachen laut dem Beitrag von einem «Sorgerechtsstreit», einer «Familientragödie», einer «Beziehungstat» oder einem privaten Hintergrund. Diese Begriffe verschleierten männliche und patriarchale Gewalt, argumentiert Alexandra Zykunov. Sie erweckten den Eindruck, Opfer trügen eine Mitschuld. Familienrechtsanwältin Asha Hedayati verweist darauf, dass Männer nach Trennungen häufig versuchten, Kontrolle über Partnerin und Kinder mit Gewalt zurückzugewinnen; die Trennung sei für Frauen besonders gefährlich. Betroffen sein könnten neben Frauen und Kindern auch Angehörige, Anwältinnen und Sozialarbeitende. Als Vorbild nennt der Beitrag Spanien, wo Frauenmorde öffentlich als geschlechtsspezifische oder männliche Gewalt bezeichnet und breit thematisiert werden.

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