Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg, Zentralschweiz
Das Benediktinerkloster Engelberg besass seit dem frühen 13. Jahrhundert Rebberge bei Twann und Wingreis am Bielersee. Ein vermögender Geistlicher aus Buochs hatte dem 1120 gegründeten Kloster ein Weingut geschenkt; weitere Flächen kamen hinzu. Papst Gregor IX. bestätigte den Besitz von Rebgütern in Twann und Wingreis 1236 ausdrücklich in einer Urkunde. Wein diente Klöstern damals sowohl für die Liturgie als auch im Alltag. Die weit entfernten Güter waren jedoch schwierig zu bewirtschaften: Die Reise vom Engelberger Hochtal an den Bielersee war im Mittelalter aufwendig. 1433 veräusserte das Kloster die Weinberge, vermutlich weil deren Verwaltung zunehmend belastend war. Der Name «Engelberg» blieb dennoch über Jahrhunderte an einer Rebparzelle, einer Schiffstation, einem Restaurant und weiteren Ortsbezeichnungen haften. Flurnamen erinnern ebenfalls an die klösterliche Vergangenheit. 2017 erwarb das Kloster einen Teil des historischen Rebguts zurück; damit kehrte ein Teil des einst päpstlich bestätigten Besitzes wieder an die Institution zurück.