Themen: Wirtschaft/Finanzen, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Der Autor bezweifelt, dass Deutschlands wirtschaftliche Krise durch höhere Rüstungsausgaben überwunden werden kann. Er verweist auf mehr als 100’000 verlorene Arbeitsplätze in zwei Jahren, angekündigte Einschnitte bei VW und hohe Industriestrompreise nach dem Ende günstiger russischer Energielieferungen. Die These, Rüstungsinvestitionen könnten als industriepolitischer Rettungsanker wirken, weist er zurück: Militärausgaben beanspruchten Geld, Ressourcen und Arbeitskräfte, die für Infrastruktur, Bildung, soziale Bedürfnisse oder Rechenzentren eingesetzt werden könnten. Eine Finanzierung durch zusätzliche Staatsschulden begünstige wegen ungleich verteilter Finanzvermögen vor allem Wohlhabende. Zentral sei zudem das Verhältnis zu Russland. Seit der Annexion der Krim 2014 und dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 sei die frühere deutsche Annäherungspolitik aufgegeben worden. Der Autor fordert eine Debatte über Umfang und Sinn der Aufrüstung sowie über diplomatische Perspektiven.