Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Rudolf Strahm zeichnet fünf Jahrzehnte Schweizer Bankenpolitik als Abfolge von Skandalen, internationalem Druck und nachlassender Reformbereitschaft nach. Nach dem Chiasso-Skandal 1977 habe die gescheiterte Bankeninitiative Geldwäsche und Kapitalflucht zwar politisch thematisiert, wirksame Regulierung sei jedoch vor allem von den USA und der OECD erzwungen worden. Bei den nachrichtenlosen Vermögen jüdischer Holocaust-Opfer mündete der Druck der USA 1997 in eine Entschädigung von 1,3 Milliarden Dollar. Die UBS überlebte ihre Verluste aus der Subprimekrise 2008 laut Strahm nur dank Staatshilfe. Beim Zusammenbruch der Credit Suisse 2023 verweist er auf Boni von 39,8 Milliarden Franken zwischen 2010 und 2022 sowie auf einen aufsummierten Gesamtverlust von 33,7 Milliarden Franken inklusive Bussen und Schadenszahlungen. Nun kritisiert er den Widerstand der UBS gegen strengere Eigenkapitalvorgaben und warnt vor dem politischen Einfluss der Bankenlobby.