Themen: Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Beat Kappeler argumentiert, die multipolare Weltwirtschaft erweitere den Handlungsspielraum mittelgrosser Staaten. Länder wie die Niederlande, Südkorea, Brasilien, Indonesien, Chile, Singapur oder Australien nutzten spezifische technologische, rohstoffliche oder finanzielle Vorteile, ohne sich zwingend Machtblöcken anzuschliessen. Die Schweiz verfüge mit Föderalismus, Volksrechten, stabilen Finanzen, Pharma, Maschinenindustrie, dualer Bildung und Hochschulen ebenfalls über starke Trümpfe. Kappeler warnt davor, Gesetzgebung über ein Rahmenabkommen dynamisch an die EU zu binden. Die Aussenwirtschaftspolitik müsse sich in den Rivalitäten der Grossmächte stärker an Interessen orientieren und Fachwissen zu Asien, der islamischen Welt und Russland einbeziehen. Im Inland fordert er Bürokratieabbau und kritisiert zusätzliche staatliche Leistungen wie die 13. AHV-Rente oder stark subventionierten öffentlichen Verkehr. Besonders kritisiert er die Tiefzinspolitik der Nationalbank, welche Baukonjunktur, Zuwanderung und Risiken am Immobilienmarkt verstärke sowie über Staatsanleihen Schulden der USA und Europas stütze.