Themen: Partei-Politik, Innen-Politik, Demokratie
Regionen: International, Europa
Marine Le Pen kündigte im französischen Fernsehen an, bei den Präsidentschaftswahlen vom 18. April und 2. Mai 2027 zu kandidieren. Dies geschieht trotz einer Verurteilung durch ein Berufungsgericht zu drei Jahren Freiheitsstrafe, wovon zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt sind, und zu einer einjährigen elektronischen Fussfessel. Das Gericht verringerte auch das Verbot politischer Ämter auf dreieinhalb Jahre, davon 30 Monate auf Bewährung. Le Pen will gegen das Urteil Revision einlegen und erklärte, es gebe kein Szenario mehr, in dem sie 2027 nicht kandidieren könne. Im Verfahren ging es um mutmasslich veruntreute Gelder für parlamentarische Assistenten im Europaparlament, die zwischen 2004 und 2016 zumindest teilweise für den damaligen Front National gearbeitet haben sollen. Le Pen wies Verantwortung zurück. Sie will Jordan Bardella im Fall eines Wahlsiegs zum Ministerpräsidenten machen. Umfragen sehen ihr Rassemblement National in der ersten Runde deutlich vorn; wegen des Zwei-Runden-Systems ist ein endgültiger Sieg jedoch offen.