Themen: Partei-Politik, Demokratie
Regionen: International, Europa
Marine Le Pen kündigt an, bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 zu kandidieren, obwohl ein Berufungsgericht sie zum Tragen einer elektronischen Fussfessel während eines Jahres verurteilt hat. Das Gericht reduzierte die Freiheitsstrafe wegen Veruntreuung von vier auf drei Jahre, davon zwei auf Bewährung. Auch das Verbot, ein politisches Amt auszuüben, wurde auf dreieinhalb Jahre gesenkt, wovon 30 Monate bedingt sind. Le Pen will gegen das Urteil Revision einlegen und erklärte im französischen Fernsehen, es gebe kein Szenario mehr ohne ihre Kandidatur. Der Prozess betraf Gelder für parlamentarische Assistenten im Europaparlament, die zwischen 2004 und 2016 zumindest teilweise für den Front National gearbeitet haben sollen. Für den Fall eines Wahlsiegs nennt Le Pen Jordan Bardella als Ministerpräsidenten. Umfragen sehen das Rassemblement National in der ersten Runde deutlich vorn, während der Ausgang des Zwei-Runden-Systems offen bleibt.