Themen: Wirtschaft/Finanzen, Umwelt, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Edith Klopfenstein führt seit rund zehn Jahren selbstständig eine Berufsfischerei am Thunersee, nachdem sie zuvor 25 Jahre mit ihrem Mann gearbeitet hatte. Sie setzt ihre Netze abends und zieht sie frühmorgens ein, verarbeitet den Fang danach zu Hause und verkauft ihn vorwiegend direkt an Kundinnen und Kunden. Felchen bilden die wirtschaftliche Grundlage ihres Betriebs; Egli, Hecht, Forelle und Saibling ergänzen das Angebot. Sorgen bereitet ihr der Zustand des Thunersees. Durch die Phosphatfällung in Kläranlagen fehlten dem Wasser Nährstoffe, wodurch weniger Plankton und Kleinkrebse als Fischfutter vorhanden seien. Die Fische wüchsen langsamer, die Bestände gingen zurück. Am Thunersee arbeiten noch fünf Berufsfischerinnen und Berufsfischer, Nachwuchs fehlt weitgehend. Klopfenstein absolvierte ihre Ausbildung zur Fischwirtin in Deutschland und Österreich. Trotz unsicherer Fänge und unregelmässiger Arbeitszeiten schätzt sie die Selbstständigkeit und die Arbeit draussen auf dem See.