Themen: Neutralität, Krieg&Frieden, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Europa
Die Schweiz sollte ihre Zusammenarbeit mit ausländischen Rüstungsproduzenten kritisch überprüfen, argumentiert Ralph Bosshard. Weil die einheimische Rüstungsindustrie klein sei und komplexe Systeme für den Eigenbedarf kaum wirtschaftlich entwickeln könne, bleibe die Armee auf Importe und deren Anpassung angewiesen. Zugleich seien Lieferstaaten wie Deutschland, Frankreich, Italien oder die USA nicht nur Handelspartner, sondern nutzten Waffenexporte auch zur politischen Einflussnahme und zur Versorgung eigener Streitkräfte. In einem Krieg in Mitteleuropa könnten sie ihre eigenen Bedürfnisse priorisieren und Lieferverträge für die Schweiz gefährden. Bosshard verweist auf Verzögerungen und Kostenprobleme bei F-35 und Patriot sowie auf historische Erfahrungen mit der Oerlikon-Kanone. Waffenlieferungen mit Ausbildung und Wartung könnten neutralitätsrechtlich zudem zur Konfliktbeteiligung führen. Er plädiert dafür, Partner mit ähnlichen Exportgrundsätzen zu suchen, Kapazitäten für Munition und Ersatzteile zu prüfen und gegebenenfalls gebrauchtes Gerät zu beschaffen.