Themen: Umwelt, Gesundheit, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Beim Brand eines Sandoz-Lagerhauses in Schweizerhalle am 1. November 1986 gerieten 1351 Tonnen Chemikalien in Flammen. Löschwasser mit Pestiziden, weiteren Pflanzenschutzmitteln und Quecksilber gelangte in den Rhein, der sich rot färbte. Rund 150’000 Aale verendeten; auf etwa 400 Kilometern bis zur Loreley brach der Aalbestand zusammen. Die Bevölkerung in der Region Basel reagierte mit Angst und Empörung, auch weil zunächst unklar blieb, was brannte und wie gefährlich die Rauchwolke war. Zeitzeugen kritisieren insbesondere das Krisenmanagement, die frühe Entwarnung und die Kommunikation von Regierung und Sandoz. Eine Woche nach dem Brand demonstrierten rund 10’000 Menschen gegen die Chemieindustrie. Die Katastrophe führte zu neuen Sicherheitsregeln, Risikokatastern und zur 1991 in Kraft getretenen Störfallverordnung. Betriebe mussten unter anderem Rückhaltemöglichkeiten für Löschwasser schaffen. Der Rhein erholte sich zwar vergleichsweise rasch, doch am ehemaligen Brandort sind weiterhin Spuren des Fungizids Oxadixyl im Boden messbar.