Themen: CH-Politik, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Nationalrat Christian Lohr erwartet, dass das Parlament die Inklusionsinitiative deutlich ablehnt. Dies könne Menschen mit Behinderungen als falsches Signal erscheinen, sagt er im Interview. Die Initiative erhöhe jedoch die Sensibilisierung und biete die Chance, den Blick von Defiziten und Kosten auf Fähigkeiten, Selbstbestimmung und Teilhabe zu lenken. Lohr will die Initiative unterstützen, zugleich aber einen aus seiner Sicht ungenügenden Gegenvorschlag konstruktiv verbessern. Besonders wichtig sind ihm Assistenz, selbstbestimmtes Wohnen, Mobilität und eine klare Perspektive für die Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention. Er kritisiert, dass Kantone vorhandene Bundesmittel etwa für rollstuhlgängige Bushaltestellen nicht konsequent abriefen und dass der Bundesrat kein deutliches Bekenntnis zu einer inklusiven Gesellschaft abgebe. Inklusion sei eine gemeinsame Aufgabe von Betroffenen, Politik und Gesellschaft; Veränderungen bräuchten Kompromisse, Argumente und politische Ausdauer.