Themen: Krieg&Frieden, Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: International, Westasien
Israelische Soldatinnen und Soldaten leiden nach Einsätzen in Gaza, im Westjordanland und im Libanon laut Berichten unter schweren psychischen Folgen. Die frühere Artilleriesanitäterin Yael beschreibt Albträume, Schuldgefühle und eine PTSD-Diagnose, deren Anerkennung durch das Verteidigungsministerium Monate dauerte. Sie zweifelt nachträglich an der Darstellung, Artillerie treffe ausschliesslich Terroristen. Weitere Veteranen berichten von Erschiessungen unbewaffneter Palästinenser, Misshandlungen eines Gefangenen, Luftangriffsplanungen mit erwarteten zivilen Opfern und dem Schweigen von Vorgesetzten. Psychiater unterscheiden PTSD von moralischer Verletzung: Letztere umfasst Scham, Schuld, Vertrauensverlust und eine Krise der eigenen Werte, wird vom Ministerium aber noch nicht als Diagnose anerkannt. Seit September 2023 stiegen die PTSD-Fälle unter Armeeangehörigen laut Ministerium um fast 40 Prozent. Auch das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 habe ein anhaltendes gesellschaftliches Trauma in Israel ausgelöst.