Themen: Sport, Umwelt, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Nach dem 4:1 der Schweizer Fussballnationalmannschaft gegen Bosnien-Herzegowina fuhren in Bern Menschen nachts hupend durch Strassen und Gassen, liessen Motoren aufheulen und feierten den Sieg. Marco Diener hält die Begeisterung für überzogen: Es sei erst das zweite Gruppenspiel gewesen, Bosnien-Herzegowina liege in der Weltrangliste deutlich hinter der Schweiz, und die Schweizer hätten zuvor gegen Katar sowie lange auch gegen Bosnien schwach gespielt. Der Sieg sei nötig gewesen, um ein frühes Ausscheiden nicht zu riskieren. Im Zentrum seiner Kritik stehen die Autokorsos. Diener fragt, weshalb Feiern ein Auto, Hupen und das Wecken von Anwohnenden gegen Mitternacht brauche. Er verweist auf die Verkehrsregelnverordnung, welche vermeidbaren Lärm, hohe Drehzahlen in niedrigen Gängen, zu schnelles Beschleunigen und unnötiges Herumfahren in Ortschaften untersagt. Die Kantonspolizei Bern habe zwar auf diese Pflichten hingewiesen, bei spontanen Korsos während Fussball-Weltmeisterschaften jedoch Augenmass angekündigt. Der Autor kritisiert diese Nachsicht und die Abwertung von Lärm- und Abgasgegnern als «Bünzli».