Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton, Gleichstellung
Regionen: International, Europa
Mario Martones Film «Fuori» porträtiert die italienische Schriftstellerin Goliarda Sapienza in Rom zu Beginn der 1980er-Jahre. Valeria Golino spielt die Autorin, die nach einer schwierigen Lebensphase und finanzieller Not Schmuck von einer reichen Freundin stiehlt und im Frauengefängnis Rebibbia landet. Der Film wechselt mit harten Schnitten zwischen Haft und Freiheit. Das Gefängnis erscheint nicht nur als Zwangsraum, sondern auch als Ort von Begegnung und Solidarität unter Frauen. Nach ihrer Entlassung trifft Sapienza unter anderem die frühere Mitinsassin Roberta wieder, die zunehmend von Heroinsucht gezeichnet ist. Sapienza, 1924 auf Sizilien geboren, war Schauspielerin und schrieb später ihr Hauptwerk «Die Kunst der Freude», das zu ihren Lebzeiten unveröffentlicht blieb und erst nach ihrem Tod breite Anerkennung erhielt. Das Biopic verbindet sommerliche Bilder Roms mit einer existenziellen Frage: dem Schreiben als unverzichtbarer Ausdruck einer politisch denkenden und gesellschaftlich ausgegrenzten Autorin.