Themen: Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: International, International Unbestimmt
Eine 35-jährige Frau erlitt nach einem spirituellen Retreat in Kolumbien schwere neurologische Schäden. Bei einem Kambô-Ritual war Sekret des im Amazonasgebiet lebenden Riesenmakifroschs auf kleine Brandwunden an ihren Knöcheln aufgetragen worden. Nach Krampfanfällen und einer schweren Hyponatriämie normalisierte sich ihr Zustand nur teilweise; auch ein Jahr später bestanden Gedächtnis-, Wortfindungs- und Aufmerksamkeitsprobleme sowie Ängste. Kambô wird im Westen als spirituell reinigend und gegen Schmerzen, Depressionen oder Krankheiten beworben, ohne belegte Wirksamkeit. Besonders riskant ist das von Coaches empfohlene Trinken von zwei bis vier Litern Wasser vor dem Ritual: Erbrechen, Durchfall und Peptide wie Sauvagin können den Mineralstoffhaushalt zusätzlich gefährlich stören. Dokumentiert sind Koma, Todesfälle und Verletzungen wie eine gerissene Speiseröhre. Das British Medical Journal warnte vor online vertriebenen Do-it-yourself-Sets; Australien verbietet Kambô, Chile den Import und Brasilien kommerzielle Anwendung sowie Werbung.