Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Der Berner Musiker Grégoire Vuilleumier alias Greis blickt auf sein Älterwerden, seine Anfänge im Hip-Hop und seinen heutigen Schreibprozess zurück. Als Jugendlicher fand er über Graffiti und Rap zur Musik; die partizipative, rebellische Hip-Hop-Kultur der neunziger Jahre bezeichnet er als prägende Jugendkultur. Graffiti habe ihm ein Alter Ego und Anerkennung ermöglicht, während ihm Credits für Haushalts- und Sorgearbeit fehlten. Mit Musik finanzierte er sein Studium in Zürich. Dreissig Jahre lang litt Greis beim Schreiben unter Versagensängsten und Imposter-Syndrom: Gute Songs gaben ihm Sinn, schlechte Phasen lähmten ihn. Seit drei oder vier Jahren schreibt er spontaner, etwa beim Kochen, im Tram oder beim Wäschewaschen, weil neben zwei Jobs und Familienarbeit kaum Zeit bleibt. Sein Debütalbum «Eis» von 2003 entstand dagegen mit wöchentlichem Schreib- und Aufnahmerhythmus; die frühen Werke seien stark, aber überladen und anstrengend aufzuführen.