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Jetzt killt Stadt die 4 zentralsten Parkplätze – Inside Paradeplatz

Inside Paradeplatz
Jetzt killt Stadt die 4 zentralsten Parkplätze – Inside Paradeplatz

Themen: Klima

29.5.2026 Wer dieser Tage beim Fraumünster und dem Stadthaus vorbeikommt, wähnt sich nicht mehr im historischen Herzen Zürichs. Eher in einer Ausstellung für urbane Experimentalkunst als im Zentrum der Schweizer Finanzmetropole. Da stehen im Glanz des Zürcher Himmels: Drei monströse, kreisrunde Kübelkonstruktionen, garniert mit einer umlaufenden Sitzbank. Dschungelcamp? Nein. Züri-Bäumchen mit Sitzgarnitur. Willkommen beim jüngsten Geniestreich der Regierung. Während Pendler und Gewerbler ihre Runden durch die Innenstadt drehen, geniessen Bäume Premium-Lagen direkt vor dem Wahrzeichen der Stadt. Zürich nennt es „temporäre Begrünung“. Im Verwaltungsdeutsch läuft das Pilotprojekt unter dem klingenden Namen „Grünes Gastspiel“. Jungbäume werden in mobilen Gefässen aufgestellt, um neue Gestaltungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum zu testen. Der Steuerzahler hat für das Projekt allerdings eine einfachere Bezeichnung gefunden: Parkplatzabbau mit Blumenerde. Die Stadt hat eine bemerkenswerte Fähigkeit entwickelt: Aus jedem Parkplatz wird früher oder später etwas anderes. Ein Veloweg, eine Begegnungszone, ein Mikropark, eine Klimaoase, eine Biodiversitätsfläche. Oder eben ein Wanderbaum. Der Parkplatz ist in Zürich mittlerweile eine bedrohte Art. Die Zahlen sprechen für sich. Seit 2015 wurden in der Limmatstadt über 3’200 öffentliche Parkplätze aufgehoben. Mehr als in jeder anderen Schweizer Gemeinde. Allein zwischen Ende 2022 und Frühjahr 2025 verschwanden über 1’000 Parkfelder. Total bleiben noch rund 47’000 Abstellplätze auf öffentlichem Grund. Vor dem Fraumünster schrieb Zwingli einst Reformationsgeschichte. Heute findet am selben Ort eine andere Reformation statt: die Asphalt-Reformation. Aus Parkfeldern werden Pflanzflächen, aus Autofahrern Suchende – und aus Parkplätzen Relikte einer vergangenen Epoche.

insideparadeplatz.ch

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