Themen: Umwelt, Klima&Energie, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Der Grossbrand in einer Sandoz-Lagerhalle in Schweizerhalle setzte am 1. November 1986 1351 Tonnen Chemikalien frei. 1000 Kubikmeter giftiges Löschwasser gelangten in den Rhein, der sich rot färbte; Fische starben bis 250 Kilometer flussabwärts. Die Katastrophe löste in Basel Proteste aus, führte zu strengeren Regeln wie der Störfallverordnung und stärkte den internationalen Schutz des Rheins. Der Gewässerökologe Daniel Küry berichtet, dass sich viele Arten zwischen 1987 und 1995 schneller als erwartet erholten. Heute ist die chemische Wasserqualität des Hochrheins zwar stabil, doch typische Fischbestände gehen zurück. Hitze, Mikroverunreinigungen und invasive Arten wie die Schwarzmundgrundel verschärfen die Lage. Der Altlastenspezialist Martin Forter kritisiert zudem ungenügende Sanierungen am Brandplatz: Oxadixyl gelange weiterhin ins Grundwasser. Er sieht die besonders belastende Chemieproduktion inzwischen vor allem nach Indien und China ausgelagert.