Themen: Kultur, Umwelt, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Martin Oesch hat mit seinem Comic «Fleischeslust» am Comic Salon Erlangen den Preis für das beste deutschsprachige Comic-Debüt 2026 gewonnen. Im Zentrum steht der Metzger Erwin Merz, der sein Handwerk liebt, aber unter Konkurrenz durch Supermärkte und wachsenden Zweifeln an der Fleischproduktion leidet. Ein Meerschweinchen, das ihm zur billigen Entsorgung gebracht wird, bringt ihn endgültig dazu, seinen Beruf und dessen ökologische Folgen zu hinterfragen. Oesch arbeitet selbst als Metzger und lernte in einem kleinen Betrieb in Thun, wo die vollständige Verwertung eines getöteten Tieres wichtig war. Mit Filzstiftzeichnungen in Rosatönen, unterschiedlichen Panel-Formen und Traumsequenzen verbindet er die Materialität des Metzgerhandwerks mit Erzählkunst. Der Comic zeigt Schlachtung, Zerlegung und Industrialisierung der Fleischbranche, ohne fertige Antworten zum Fleischkonsum zu liefern. Er thematisiert den Strukturwandel der Metzgereien sowie die Sorgen und Haltungen von Menschen, die in diesem Beruf arbeiten.