Themen: Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Das Theater Winterthur feiert am 18. Oktober die Uraufführung einer Oper nach Franz Kafkas «Die Verwandlung». Programmleiter Thomas Guglielmetti und Regisseur André Bücker beschäftigten sich lange mit dem Stoff, zögerten aber wegen seiner literarischen Dichte und der Frage, wie sich Gregor Samsas Verwandlung in einen Käfer auf die Bühne bringen lässt. Grundlage der Eigenproduktion ist eine Fassung des deutschen Autors Phillip Löhle. Sie verlegt den Blick vom isolierten Gregor auf seine Familie: Im Zentrum steht, wie deren Leben sich verändert, nachdem ein Angehöriger als Käfer erwacht. Die Opernform passe gerade wegen ihrer Künstlichkeit und Übersteigerung zur absurden Vorlage, finden Guglielmetti und Bücker. Der deutsche Komponist Gordon Kampe hat die Musik geschrieben, die Komik und Fremdheit der Geschichte aufnehmen soll. Gregor Samsa erhält mehrere Stimmen: Vier Sänger:innen und eine Choreografin verkörpern das Ungeziefer mit Gesang, Klängen und Geräuschen über das Orchester hinaus. Die Produktion war gut zwei Jahre in Planung und will auch Vorbehalte gegenüber der Oper hinterfragen.